Kind

Mein Vater, mein Vater, wo bist du gewesen?
Ich hatte dich so sehr vermisst,
ich war noch so ein kleines Wesen,
wollt nur, dass du ganz bei mir bist.
Wollt einmal doch auch „Papa“ sagen,
an deiner Hand spazieren gehn,
dich bomardiern mit tausend Fragen,
lachend in deine Augen sehn!
Kein Mensch hat mir von dir erzählt,
wo du warst, und wie du bist,
es hat mich jahrelang gequält,
hat Angst, dass du mich ganz vergisst.
Zur Kommunion bist du gekommen,
zum 1. Mal durft ich dich sehn,
in mir schienen tausend Sonnen,
dacht, nun wirst du niemals mehr gehn.
Doch es war nur ein kurzes Glück,
genau zwei kleine Wochen,
dann musstest du in die USA zurück,
mein kleines Herz war neu gebrochen.
Ich lebte weiter ohne dich,
konnt dich nur gnadenlos vermissen,
zwei Wochen warst du für mich Licht,
bis heut bin ich davon zerrissen.
Einmal in meinem Leben,
durft ich nur deine Liebe spür’n,
durft meine Hand in deine legen,
mein kleines Herz zu deinem für’n.
Ich wollt dich später mal besuchen,
doch der Tod hat dich ereilt,
kann nur das eine Mal verbuchen,
doch meine Sehnsucht nach dir bleibt.

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