Ziel

Wer will schon gern der Letzte sein,
dann eher doch im Mittelfeld.
Man übt und reißt sich aus ein Bein,
doch nicht das man nach hinten fällt!
Eigentlich will man ja siegen,
als Erster laufen durch das Ziel,
den Pokal im Arme wiegen,
doch davon träumen all zu viel.
Dann wenigstens die gute Mitte,
da läuft es sich nicht so allein,
vielleicht wird man dann doch noch Dritte,
das träumt man still, ganz insgeheim,
Doch Letzter sein ist kein Versagen,
denn er hat auch das Ziel im Blick,
auch er wird von Applaus getragen,
empfindet Glück beim letzten Schritt.
Nur wenn man aufgibt ist es bitter,
man hat sich selbst ums Ziel gebracht,
und in der Seele sitzt der Splitter,
der dich erst zum „Versager“ macht.
Drum lass das Ziel nicht aus den Augen,
es ist egal wann du’s durchläufst,
wichtig ist, du hast den Glauben,
und hast dich selber nicht enttäuscht.

Copyright seelenkarussell