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Christkind

Sie wollte keinen Tannenbaum,
und wollt auch niemand sehn,
wollt nicht in Kerzenlichter schaun,
wollt einfach nur zu Bette gehn.
Die Weihnacht war für sie verdorben,
und das seit vielen Jahren schon,
erst war ihr Ehemann gestorben,
und kurz danach ihr zweiter Sohn.
Der Schock sitzt tief, und auch die Trauer,
wer könnt es ihr verdenken,
ihr fehlt der Mut und auch die Power,
sie hat einfach nichts mehr zu Schenken.
Plötzlich spürt sie ein Hauch von Wind,
und eine Stimme ruft sie warm:
„Hi Mama, schau dein Enkelkind!“
und legt’s ihr in den Arm.
Da war sie da, die Stille Nacht,
vorbei die Zeit der Qualen,
man hat ein „Christkind“ ihr gebracht,
und alle Augen strahlen.

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