Soldat

Wild fährt die Stille durch meine Seele,
und schwemmt wie Wellen Vergangenes herauf.
Bilder fliegen, verharren, quälen,
mir bleibt nichts übrig, ich nehm es in Kauf.
Es ist doch alles so lange schon her,
sollte längst in Vergessenheit geraten,
und doch trifft mich das Erinnern schwer,
kommt polternd wie tausend Soldaten.
Oft sag ich: Ach komm, mach dir kein Stress,
du wirst den „Code“ schon noch knacken,
nimm ihn an, den langen Prozess,
denn jedes Leben hat seine Zacken.
Und doch hätt ich gern ein Häkchen gesetzt,
alles geordnet an acta gelegt,
es mit positiven Dingen vernetzt,
oder wie ein Orkan von Tisch gefegt.
Aber vielleicht soll manches gar nicht schnell heilen,
weil es die Symphonie meines Lebens ist.
Vielleicht soll ich mich nur ganz langsam abseilen,
bis mich der Schmerz vielleicht doch noch vergisst.

Copyright seelenkarusell