Schiff1

Das Segel wippt in steifer Brise,
die Fahne reckt sich in den Wind.
Am Deich sind Schafe auf der Wiese,
am Ufer spielt ein kleines Kind.
Vor Stunden ist die Flut gegangen,
das Watt liegt schwarz und feucht vorm Meer.
Im Tang hat Treibholz sich verfangen,
ne Scherbe blitzt brilliantenschwer.
Ich hör bewusst des Windes Rauschen,
von fern seh ich ein kleines Boot,
grad jetzt möchte ich mit niemand tauschen,
sitz hier und wart aufs Abendrot.
In dieser Ruhe will ich weilen,
zufrieden mit der ganzen Welt.
Alles kann hier wachsen, heilen,
weil nichts mich mehr im Einklang hält.

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