Gänse

Der Himmel schnattert unaufhörlich,
die Gänse ziehn gen Süden,
die Reise ist nicht ungefährlich,
was ist, wenn sie ermüden?
Der Sommer gab nur karge Kost,
es fehlte schlicht der Regen,
nun ziehn sie weg vorm ersten Frost,
dem warmen Land entgegen.
Bald wird es ruhig im hohen Norden,
kahl werden alle Bäume,
das Watt liegt da wie ausgestorben,
fängt an von Eisschollen zu träumen.
Noch Wochen, dann wird’s bitter kalt,
das Feuerholz liegt schon bereit,
auch unser Jahr wird langsam alt,
verlässt uns mit der Dunkelheit.
Und wir? Wir fangen an zu backen,
die Wohnung winterlich zu schmücken,
mummeln uns ein in dicke Jacken,
und Kerzenschein wird uns beglücken.

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