Tür2

Bewegtes Leben zeigt sich mir,
und ich erkenne: Es ist meins,
mein Leben reiht sich Tür an Tür,
und ich steh vor der Nummer 1.
Ist dort der erste Tag auf Erden,
oder nur der erste Schmerz?
Die Tür tut zwar mit Schlichtheit werben,
doch bis zum Hals pocht mir das Herz.
Ich möcht so gerne Vieles wissen,
was in mir schlummert ungesehn,
ich möcht die bunte Fahne hissen,
und dann beschwingt von dannen gehn. So Vieles ist in mir verstummt,
aus meinen Kindheitstagen,
und in mir brennt das Wort: Warum?
und stellt mir tausend Fragen.
Ich würd so gern nach Antwort suchen,
und fühlen will ich noch einmal,
ich will nicht auf Vergangnes fluchen,
nur wissen wie es wirklich war.
Die Türen sollten offen stehn,
sie sind die Räume meines Lebens,
ich will im Raum stehn und verstehn,
doch irgendwie scheint es vergebens.

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