frau

Die Frau blickt zornig übers Meer,
die Hände sind zur Faust geballt.
Die Seele scheint ihr tonnenschwer.
sie spürt sie nicht die Sturmgewalt.
Der Wind reißt an ihr voller Kraft,
sie schwankt, doch bleibt sie eisern stehn,
jeder Muskel scheint gestrafft,
sie trotzt dem Sturm und will nicht gehn.
Sie scheint von Allem weit entrückt,
steht da, als wie aus Stein gehaun,
ihr Anblick nun auch mich bedrückt,
doch hingehn tu ich mich nicht trau’n.
Ich würd ihr gern was Liebes sagen,
trösten und die Wut vertreiben,
könnt sie nach ihrem Schmerz befragen,
vielleicht ne Weile bei ihr bleiben.
Und doch bleib ich ganz regungslos,
schau mitleidsvoll sie an,
leg meine Hände in den Schoß,
weil auch ich nicht anders kann!
Der Sturm lässt nach, die Sonne kommt,
das Watt erstrahlt zum Diamant,
auch ihre Starre löst sich prompt,
Natur und Mensch hat sich entspannt.

 

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