Strom

Vertauschte Welt, vertauschte Rollen,
das Eine haben, das Andere wollen.
Das Eine finden, das Andere suchen,
sich mächtig freuen, dann wieder fluchen.
In dieser Woge läuft er ab,
der Alltag unsres Lebens,
heut hab ich mir ein Stern geschnappt,
morgen wart ich auf ihn vergebens.

Verkannte Menschen, verkannte Zeit,
des Einen Freud, des Anderen Leid.
Der Eine hier, der Andere dort,
des Einen Gesang, des Anderen Wort.
In dieser Vielfalt lebt man ständig;
schwimmt mit in diesem großen Strom,
das Ruder führt man eigenhändig,
denn viele Wege führen nach Rom.

Das Ziel, es  sie ist bei Allen gleich,
man will ein Stück vom Glück erhaschen.
Doch, was heute ist ein Königreich,
kann morgen schon verblassen.
Drum lass dich nur von Werten leiten,
die Deiner Seele würdig sind.
Vertrau nicht deinen Eitelkeiten,
sei einfach manchmal wieder Kind.

 

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