sturm

Musik dringt leise an mein Ohr,
sie wird wohl von dem Kutter kommen.
Man spürt, es steht etwas bevor,
ich nehm es wahr, noch leicht verschwommen.
Die See ist ruhig, liegt wie ein Brett,
der Wind macht eine kurze Pause,
gleicht tanzt der Bär auf dem Parkett,
dann geht sie los die wilde Sause.
Die Wolken türmen, reiben sich,
die Wellen werden groß und schneller,
auf ihren Kanten schwimmt die Gicht,
es wird dunkel wie im tiefsten Keller.
Dann hört man schon den Donner grollen,
der Regen peitscht quer übern Deich,
und Wellen über Wellen rollen,
direkt hinein ins Höllenreich.
Die Masten ächzen, biegen sich,
die Schiffe zerren an den Tauen,
jetzt auf dem Meer wär fürchterlich,
gefangen in des Teufels Klauen.
Sacht wird ne Wolke weg geschoben,
die Sonne bahnt sich ihren Weg,
und zaubert einen Regenbogen,
und ich steh tief bewegt am Steg.

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