Hund

Der Sturm zerrte an meinen Haaren, und hätte mir schon fast die Mütze vom Kopf gerissen.
Ich musste alle Kraft aufwenden um mich gegen den Sturm zu stemmen.
Was hat mich nur geritten bei diesem Wetter einen Spaziergang am Meer zu machen?
Völlig verrückte Idee!!
Obwohl, man findet oftmals die skurrilsten Sachen die vom Sturm an Land geschwemmt werden.
Ich kämpfte mich verbissen vorwärts, als mich links von mir eine Bewegung aufschreckte, die ich den Sturmgewalten nicht zuordnen konnte.
Irgendetwas hatte sich doch da gerade bewegt, was nicht zu der Brandung gehörte?!
Ich blieb stehen, lauschte, und blickte auf die immer wiederkehrenden Wellen, die sich lautstark an den Steinen brachen.
Erst bemerkte ich gar nichts, geschweige denn hörte ich etwas bei diesem Getöse, und wollte schon weitergehen.
Doch da!
Etwas weiter unten war doch etwas im Wasser, was sich hektisch bewegte?
Treibholz konnte es nicht sein, das bewegt sich nicht so unkontrolliert.
Mühsam kämpfte ich mich wieder ein Stück zurück um das zappelnde Etwas besser erkennen zu können.
Dann sah ich etwas Lebendes, das verzweifelt versuchte an den Steinen Halt zu bekommen. Doch die glitschigen Steine ließen es immer wieder abrutschen, und die Strömung zog es wieder ein Stück zurück, um es gleich darauf wieder an Land zu spülen.
Jetzt erkannte ich es!
Es war ein kleiner Hund der in Todesangst immer wieder versuchte an Land zu kommen.
Man konnte erahnen, wie kraftlos und geschwächt er mittlerweile war.
Armer kleiner Kerl!
Wie lange er wohl schon mit den Wellen kämpfte?
Ich eilte so schnell wie es der Sturm zuließ zu ihm, und wäre fast selbst auf den rutschigen Steinen zu Fall gekommen.
Nach drei Versuchen erwischte ich ihn endlich an der linken Pfote und zog ihn zu mir.
Er winselte und strampelte immer noch in der Annahme die nächste Welle würde ihn wieder zurückziehen.
Ich hielt ihn fest im Arm und sprach beruhigend auf ihn ein.
Vorsichtig trug ich ihn zum naheliegenden Strandhotel und stellte ihn in der Empfangshalle auf seine vier Beinchen.
Er schüttelte sich zweimal kräftig, und lief zielstrebig in den Speisesaal.
Von dort hörte ich ein erfreutes: „Ja Oskar, wo warst du denn? Ach Gott, – du bist ja klatschnass!“
Niemand nahm mich wahr und ahnte, welch großes Abenteuer wir Beide hinter uns hatten.
Und doch, Ende gut – Alles gut!
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