Prügel

Ich hab die Schläge nicht gezählt,
die ich als Kind bezogen,
ich hatt die Wunden „zugenäht“,
und mich in mich zurückgezogen.
Und irgendwann war’s mir egal
mit was mich meine Oma schlug,
der Handfeger,  ja, der war  Qual,
und ich empfand nur blinde Wut.
Ich schuf mir meine eigne Welt,
ganz tief in meiner Phantasie,
dort wo vielleicht ein Hund nur bellt,
oder ein Drache Feuer spie.
So wurd ich hart im Nehmen,
es prallte alles an mir ab,
ich wollte mich nicht schämen,
weil es doch nichts zu schämen gab.
Ich war ein Kind, wollt spielen, toben,
so wie es Kinder nun mal tun,
wollt mich in meiner Kraft erproben,
dacht nicht an Gott und Heiligtum.
Doch ich durft keine Fehler machen,
sollt einfach nur schön sittsam sein,
ich gehörte zu den Schwachen,
hatt keine Stimme,  –  war allein.
Und doch bin ich heut lebensfroh
und lieb aus vollem Herzen,
die Kindheit ist schon lange tot
heut brennen nur noch Wunderkerzen.

Copyright seelenkarussell