adventskalender

Die Mutter durfte endlich nach einer schweren Hüft-OP pünktlich zur Adventszeit wieder nach Hause.
Die Kinder Lisa und Jonas waren aus dem Häuschen!
Vier Wochen ohne Mama war eine ganz neue Erfahrung für sie.  Und sie mussten sich eingestehen, sie hatte an allen Ecken und Enden gefehlt.
Ihnen wurde bewusst, wie oft sie am Tag aus lauter Bequemlichkeit die Mutter bemühten, fragten, nervten und vollplapperten.
Zum Teil tat es ihnen richtig leid, aber eigentlich genossen sie es, wenn Mama wieder im Haus herumwuselte und für sie verfügbar war.
Vor einigen Tagen hatte der Vater zur „Lagerfeuerbesprechung“ gerufen.
„Lagerfeuerbesprechung“ wurde immer dann abgehalten, wenn es Begebenheiten gab, die die ganze Familie betrafen, und eine demokratische Abstimmung erforderlich machten.
Und so saßen Lisa, Jonas und der Vater um den Küchentisch und beratschlagten, wie sie der Mama die ersten Wochen erleichtern könnten, da sie immer noch mit Krücken laufen musste.
„Ich möchte das ihr euch bis morgen Gedanken macht, wo und wie wir der Mama Arbeit abnehmen, oder sie ihr erleichtern können.  In 5 Wochen ist Weihnachten, und ihr kennt Mama, sie fühlt sich für alles verantwortlich. Also müssen wir Alle ran, um sie wieder fit zu bekommen.“ Und damit entließ er seine Kinder, die schon kräftig am überlegen waren, wie sie das umsetzen konnten.
Im Kinderzimmer kam Lisa die zündende Idee. „Jonas ich hab’s!!! Wir machen Mama einen Adventskalender!“
„Haha!“ sagte dieser „wir sollen Mama Arbeit abnehmen, und nicht sie mästen!“
„Neeein Jonas, ich meine einen Zetteladventskalender! Wir machen 24 Zettelchen und schreiben darauf, wer von uns an diesem Tag welche Aufgabe übernimmt. Also z.B. am 1.12. „Lisa spült, Jonas wischt Staub. 2.12. Jonas fegt den Hof, Lisa saugt die Wohnung usw. Verstehst du? Und schwupps sind vier Wochen um, und Mama ist pünktlich zu Weihnachten wieder fit.“
Jonas überlegte einen Augenblick, nickte langsam mit dem Kopf und sagte: „Schwesterherz deine Idee ist gar nicht so doof!“
Sie rannten zu ihrem Vater, um ihm ihre geniale Idee zu unterbreiten.
„Kinder – ihr seid spitze!“ und seine Augen wurden vor Rührung feucht.
Am nächsten Tag holten sie sich bunte Pappe und Jonas rollte 24 Pappröhrchen, während Lisa am PC saß und 24 x2 Hausarbeiten aufschrieb, und sie anschließend ausdruckte.
Zum Schluss saßen beide am Tisch und klebten kleine Sticker auf die Zettelchen und verstauten sie in Jonas Pappröhrchen. Dann mussten sie nur noch die Röhrchen mit Geschenkpapier, und bunter Kordel verpacken, Zahlen darauf kleben, und fertig war der Haushaltshilfenadventskalender für Mama.
Papa brachte die Adventsgirlande noch fachmännisch im Flur an, und sie konnten endlich die Mutter abholen.
Natürlich war der Adventskalender das Erste was die Mutter sah, und sie fragte: „Ui, für wen habt ihr denn den gemacht?“
„Der ist ganz alleine für dich Mama!“ Aber du darfst erst morgen das erste Päckchen abmachen!“
Die Mutter lächelte und sagte: „Schade, ich hätte sooo gerne schon mal reingeschaut! Aber ich werde mich beherrschen und bis morgen warten.“
Sie nahm ihre Kinder in den Arm und sagte: „Ich hab euch soooo vermisst. Schön das ich endlich wieder Daheim bin.“

 

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