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Es war kurz vor 22 Uhr, als ihre kleine Tochter Melanie im Türrahmen des Wohnzimmers stand, und weinerlich sagte: „Mama, das Monster unter meinem Bett lässt mich nicht schlafen!“ und rieb sich müde das linke Auge.
„Wo ist ein Monster?“ fragte die Mutter besorgt und amüsiert zugleich.
Sie winkte ihre Tochter bei, und setzte sie auf ihren Schoß.
Sanft wiegend fragte sie: „Hast du das Monster gesehen?“
„Nein! Aber ich weiß das es da ist!“ antwortete Melanie voll Überzeugung.
Hmmm“ machte die Mutter, und blickte ihre Tochter gekonnt nachdenklich an.
„Weißt du zufällig wie es heißt?“

Erstaunt blickte die kleine Melanie ihre Mutter an. „Nein! Es sagt ja nix! Es ist einfach nur da!“
„Ach sooo! Ja dann ist mir alles klar!“ antwortete die Mutter und spielte große Erleichterung.
„Warum?“ fragte die Kleine und schaute ihre Mutter wissbegierig an.
Schnell überlegte die Mutter, und fing dann an zu erzählen: „Als ich so klein war wie du, war auch mal ein kleines Monster unter meinem Bett!“
„Mein Monster ist aber richtig groß!“ fiel ihr Melanie ins Wort und machte mit ihren Ärmchen eine ausladende Bewegung.
„Ob groß oder klein ist ganz unwichtig“ erklärte ihre Mutter „wichtig ist, warum es bei dir unter dem Bett sitzt. Richtig?“
Melanie nickte heftig.
Und die Mutter erzählte weiter: „Meine Mama hatte mir damals erzählt, dass alle kleinen oder großen Monster die keinen Namen haben in unsere Welt geschickt werden, um sich von kleinen mutigen Kindern einen Namen geben zu lassen, sonst können sie nicht in ihre Monsterwelt zurück.“
„Warum geben die anderen Monster ihnen keinen Namen?“ fragte Melanie schlau.
„Weil sie nur ihre eigenen Namen kennen.“ erklärte die Mutter fachkundig. „Und der Monsterkönig hat ein Gesetz erlassen, dass kein Name doppelt sein darf.“
„Das ist aber nicht nett von dem Monsterkönig! Im Kindergarten haben ja auch einige Kinder den gleichen Namen.“ überlegte Melanie laut.
„Tja“ sagte die Mutter „so ist das nun mal in der Monsterwelt! Wir müssen schnell einen Namen für dein Monster unter dem Bett finden, damit es ganz fix zu seiner Familie zurück kann.
Gott sei Dank hat mir meine Mama ein bisschen Sternenstaub überlassen.
Den brauchst du nämlich für die Namenstaufe.“
„Warum?“ fragte Melanie wieder ganz wissbegierig und aufgeregt.
„Der Sternenstaub ist wie ein Siegel für die Echtheit seines Namens. Ohne ihn glauben sie ihm nicht, dass er den Namen ordnungsgemäß von einem kleinen mutigen Kind erhalten hat.“ antwortete die Mutter mit einem ernsten Gesicht.
Die Kleine sprang von ihrem Schoß, nahm ihre Hand und rief: „Schnell, hol den Sternenstaub, ich hab schon einen Namen für ihn!“
Die Mutter ging zu ihrer Basteltruhe, holte ein Döschen Goldglitter heraus, und lief mit ihrer Tochter ins Kinderzimmer.
Sie streute der Kleinen einige Goldglitter auf die Hand, und gab ihr letzte Anweisungen: „Du beugst dich zu Deinem Bettchen runter und sagst: Liebes Monster, ich taufe dich auf den Namen „blablabla“ und pustest den Sternenstaub ganz feste unter das Bett. Und danach geht das Monster überglücklich nach Hause.“
„Ich hab Angst!“ erwiderte Melanie und wollte wieder aus dem Kinderzimmer laufen.
„Hab keine Angst! Ich bin doch bei dir! Und nur mutige Kinder können diese Aufgabe erledigen. Und du bist doch mutig oder?“
Melanie nickte wenig überzeugt, beugte sich aber trotzdem todesmutig zum Boden ihres Bettchens und sagte feierlich: „Liebes Monster, ich taufe dich auf den Namen -Ludwig-!“ und pustete mit aller Kraft den Goldglitter unter das Bett, um sich danach schnell ans Bein der Mutter zu klammern.
Beide standen ganz still am Bett, und langsam ließ die feste Umklammerung der Kleinen nach.
„Ist es schon weg?!“ fragte Melanie besorgt.
„Ja hast du nicht den goldenen Schweif am Fenster gesehen?“ fragte die Mutter erstaunt, und ging mit ihr zum Fenster.
Ganz unbemerkt ließ sie einige Goldglitter auf die Fensterbank gleiten und zeigte sie ihrer Tochter.
„Siehst du? – Weg ist es!“
Sie hob die Kleine hoch und legte sie wieder in ihr Bettchen zurück.
„Schlaf schön mein Herz!“ und hauchte ihr einen Kuss auf die Stirn.
Ganz leise schloss sie die Kinderzimmertür und dachte belustigt:  Ludwig! Wie kam sie nur auf den Namen Ludwig?!
Amüsiert ging sie zurück ins Wohnzimmer, während ihre Tochter schon tief im Land der Träume weilte.

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